Bärenstark in Berlin - ARGE-Löwinnen und Löwen sind beim Bundespokal 2019 nicht zu stoppen

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Das hat es seit 18 Jahren nicht mehr gegeben. Sowohl die ARGE-Jungs wie auch die Mädels stehen beim Bundespokal (BuPo) in Berlin ganz oben auf dem Treppchen und vergolden mit dem Turniersieg Kaderzeit. Als Favorit und Titelverteidiger gestartet, gaben die Jungs von Landestrainer Michael Mallick im ganzen Turnier nicht einen Satz ab und behielten auch im Finale gegen Hessen mit 2:0 (25:18, 25:19) die Oberhand. Umkämpfter und spannender verlief das Finale der Mädels. Gegen Gastgeber Berlin verlor die ARGE-Auswahl von Landestrainer Sven Lichtenauer trotz zeitweise klarem Rückstand nicht die Nerven und sicherte sich am Ende mit 25:23 und 27:25 die Goldmedaille.

Dass die starke BuPo-Bilanz des Vorjahres mit Gold für die Jungs und Silber für die Mädels nur schwer zu übertreffen sein würde, war klar. Nur ein Doppelerfolg hätte diesem tollen Ergebnis die Krone aufgesetzt, doch schließlich sollte es genau so kommen.

Die Vorbereitung auf den BuPo 2019 verlief bei den Mädchen gut. Die meisten ARGE-Spielerinnen standen in der abgelaufenen Drittligasaison im Team des BSP MTV Stuttgart am Netz und legten mit Siegen gegen Villingen, Sinsheim und Umkirch einen starken Saisonabschluss hin. Beim hochkarätig besetzten Jugendturnier im norditalienischen Pordenone präsentierten sich die Löwinnen unter anderem mit Siegen gegen Trento und die estische Nationalmannschaft in guter Wettkampfform und landeten auf Platz fünf.

Ausgerechnet am Tag vor dem BuPo musste das Team dann eine ganz bittere Pille schlucken. Beim Training am Donnerstag knickte Diagonalspielerin Marie Hänle um und war mit bandagiertem Sprunggelenk beim Turnier zum Zusehen verurteilt. „Das war für das ganze Team ein echter Tiefschlag, Marie ist eine starke Punktspielerin, die oft wichtige Bälle bekommt und verwandelt“, sagte Lichtenauer, der zusammen mit Co-Trainer Jan Grauel schnell eine Lösung finden musste. Diese fand sich schließlich in Iane Henke, die ihre angestammte Position im Außenangriff gegen die Diagonale tauschte. Dafür rückte auf Außen Svenja Rodenbüsch in die Startformation.

Mit dieser erzwungenen Umstellung ging es am Freitagmorgen in die Vorrunde gegen Sachsen-Anhalt. Zumindest einen kleinen mentalen Vorteil sah Lichtenauer in der ungewohnten Aufstellung „Für uns war durch den Ausfall von Marie zumindest ein bisschen der Favoritendruck weg und die Erwartungen geschmälert. Vielleicht hat das manchmal geholfen, trotz Fehlern locker zu bleiben“, sagte der Landestrainer. Einen lockeren Einstieg ins Turnier wollten die Mädels aus Sachsen-Anhalt den Löwinnen jedoch nicht gönnen. Mit pfiffigen Angriffen aus einer ballsicheren Annahme und Abwehr heraus, setzten sie immer wieder Nadelstiche. In Summe reichte das aber nicht um sich gegen das gute Block- und Schnellangriffspiel der BaWü-Mädels zu behaupten, die das Match mit 25:18 und 25:10 für sich entschieden.

Im zweiten Spiel sollte nun der Gruppensieg her, um nicht vorzeitig auf Turnierfavorit Bayern zu treffen. Die Brandenburgerinnen galt es indes nicht zu unterschätzen; immerhin hatten die Mädels vom SC Potsdam Bronze bei der u18-DM und Silber beim JtfO-Finale geholt. Die ARGE-Girls machten von Beginn an Druck im Aufschlag und hatten auch im Angriff Vorteile. Im Block war Janna Schweigmann vielfach zur Stelle und so war nach 25:11 und 25:17 das Viertelfinale und der frühe Feierabend gebucht.

Die Thüringer Mädels, mit dem ehemaligen nordbadischen Kadertrainer Marius Stucke an der Seitenlinie, waren der Viertelfinalgegner am Samstag. Gegen die solide servierenden Löwinnen fehlte es dem TVV aber an einer stabilen Annahme, um ein effektives Angriffsspiel aufzuziehen. Erneut wusste auch der gut agierende BaWü-Block seine Chancen daraus zu nutzen. Nele Birmele zeigte sich auf der Liberoposition als stabile Stütze in Annahme und Abwehr und hatte so ihren Anteil am 2:0 (25:12, 25:16)-Erfolg der ARGE, die damit das Halbfinale klar machte.

Dort wartete am frühen Sonntag mit der sächsischen Landesauswahl ein ganz dicker Brocken. „Sachsen hat einen sehr präsenten Block und neben Sina Stöckmann mit Julia Wesser auch die wohl stärkste Angreiferin im Turnier“, so Lichtenauer. Wie die BaWü-Girls, so mussten auch die Sächsinnen einen personellen Ausfall kompensieren. Auf zentraler Position fehlte verletzungsbedingt Nationalspielerin Sarah Straube. Die personellen Umstellungen hielten jedoch beide Teams nicht davon ab, sich in einem intensiv geführten Schlagabtausch das vielleicht beste Match des weiblichen Turniers zu liefern. Beide Teams schlugen druckvoll auf und erzielten Wirkung. Satz eins ging trotz zeitweise deutlichem Vorsprung am Ende knapp mit 25:21 an BaWü. Den Schwung nahm das Team bis zum 17:6 im zweiten Durchgang mit, dann ging nichts mehr. Mit der konstant gut aufschlagenden Lena Linke zog Sachsen auf 19:17 vorbei und kam zum 25:23 Satzausgleich. Im Tiebreak legte erneut BaWü mit 6:2 vor, wurde beim Seitenwechsel (8:7) aber eingeholt. Einigen Anteil am letztlich deutlichen 15:9 und dem 2:1-Erfolg für BaWü hatten die kompromisslosen Angriffe von Kapitänin Melissa Finteis sowie Sina Toroslu, die im Block die Zähne zeigte und selbige den gegnerischen Angreiferinnen immer wieder zog. Finale!

Nach dem kleinen Pokal 2017 und dem B-Pokal 2018 war das die dritte Finalteilnahme für die ARGE. Beide Male zuvor mussten sich die Löwinnen mit Silber hinter Bayern begnügen. Diesmal kam es anders, schon allein weil Berlin im Halbfinale die Bayerinnen bezwungen und sich so für das Finale gegen BaWü qualifiziert hatte.

Im Endspiel hatten die ARGE-Mädels zunächst Probleme ins Spiel zu finden. Nach zweieinhalb Tagen in einer engen Schulsport-Halle (Lichtenauer: „Hasenstall“) war die Kulisse der riesigen Erstliga-Halle tatsächlich ungewohnt. Es dauerte bis zum 8:12, bevor die Löwinnen Fahrt aufnahmen. Den Anfang machte die gut aufgelegte Iane Henke mit einer Reihe starker Aufschläge. Auch Joker-Löwin Svenja Rodenbüsch agierte stabil in der Annahme und trug clevere Angriffspunkte zum 17:16 bei. Bis zum Satzende beim 25:23 gaben die ARGE-Girls die Führung nicht mehr aus der Hand..

Im zweiten Satz erzeugte Berlin mehr Wirkung im Aufschlag zur 18:12-Führung. BaWü verkürzte auf 16:19, beim 24:21 für Berlin lag der Satzausgleich aber in der Luft. Zuspiel-Löwin Hannah Kohn war damit nicht einverstanden, servierte druckvoll und nach toller Abwehr von Libero-Löwin Nele Birmele war die ARGE beim 24:24 wieder im Satz. Am Ende besorgen zwei Service-Winner von Rodenbüsch das 27:25 und damit den 2:0-Sieg und die Goldmedaille für die ARGE-Mädels.

Mit Leistung und Ergebnis vollauf zufrieden gab sich Lichtenauer. „Toll ist, dass wir uns nach Silber im Vorjahr mit dem Titelgewinn im A-Pokal nochmal gesteigert haben. Das zeigt, dass in den Vereinen und Stützpunkten tolle Jugendarbeit geleistet wird und unser Förderkonzept funktioniert“, lobte der Landestrainer.

Für die ARGE-Löwen gab es in Berlin nur ein Ziel, die Titelverteidigung. Und das gelang in beeindruckender Art und Weise. Nicht nur, dass die Jungs im Turnier ohne Satzverlust blieben, nein, sie ließen in keinem Satz mehr als 20 Punkte der Gegner zu. Für Mallick eine ganz besondere Leistung. „Dass eine Jugendmannschaft ein Turnier so konstant spielt, gegen schwächere Gegner nicht nachlässt und gegen starke Teams ständig konzentriert bleibt, erlebt man nicht so häufig.“

Eine große Stärke der BaWü-Jungs lagen vor allem in einer stabilen Annahme sowie der guten Abstimmung zwischen Zuspieler, Präzisions-Löwe Tobias Hosch, und den Außenangreifern. Auch die Block-Feldabwehr überzeugte. „Die Bälle, die wir verteidigen müssen, hatten wir. Im Gegenangriff waren wir dann geduldig und haben uns Chancen erarbeitet, ohne den Fehler zu machen“, sagte Mallick.

Dieses Erfolgsrezept bekamen zunächst die Hamburger Mannen zu spüren, obwohl der erste Satz bis zum 16:16 ausgeglichen verlief. Trotz noch nicht optimalem Aufschlag agierte die ARGE aus starker Annahme von Linus Engelmann und Johann Reusch heraus fehlerarm und setzte sich mit 25:17 durch. Hamburg versuchte den Druck zu erhöhen, leistete sich in Folge dadurch aber mehr Fehler. Das 25:3 und das folgende 2:0 für BaWü spricht eine deutliche Sprache.

Erneut stabil in der Annahme, fanden die Löwen nun auch beim Aufschlag in die Spur. Das bekamen im zweiten Vorrundenspiel die Jungs aus Mecklenburg-Vorpommern zu spüren, die einige Probleme in der Annahme der flach geschlagen Jump-Floats der ARGE hatten. „Unsere Aufschlagstrategie ist in dem Spiel, wie auch im gesamten Turnier gut aufgegangen“, freute sich Mallick, der auch in der Feldabwehr viele gute Aktionen seiner Schützlinge, allen voran Johann Reusch sah. Die Folge war ein ungefährdeter 2:0-(25:14, 25:15)-Sieg für BaWü und die direkte Qualifikation für das Viertelfinale.

In diesem standen die ARGE-Löwen am Samstagmorgen dann einige bekannten Gesichtern aus dem eigenen Landesverband gegenüber, denn der DVV-Auswahl des jüngeren Jahrgangs gehörten ebenfalls einige Nachwuchslöwen aus BaWü an. Die wollten sich im direkten Vergleich mit den älteren „Artgenossen“ natürlich zeigen und legten sich mächtig ins Zeug. Einmal mehr war die Konstanz der ARGE wichtigster Baustein auf dem Weg zum Sieg. Hinzu kam, dass nach etwas Feintuning im Zuspiel nun Simon Gallas im Außenangriff richtig aufdrehte. Mit einer Killquote von starken 82% trug er einen guten Teil zum 25:13 im ersten und 25:9 im zweiten Durchgang bei, das den Einzug ins Halbfinale bedeutete.

Wie die Mädels, mussten auch die BaWü-Mannen im Kampf um das Finalticket gegen die angriffsstarken Sachsen bestehen. Wichtig war also mit dem Aufschlag Wirkung zu erzeugen, um die überlegenen Schnellangreifer auf sächsischer Seite möglichst aus dem Spiel zu nehmen. Bis zum 18:18 im ersten Satz schenkten sich beide Teams nichts. Dass dem Gegner danach nur noch zwei Punkte vergönnt waren, lag zu einem guten Teil an Diagonal-Löwen Marco Frohberg. Auch nach schlechter Annahme oder notdürftig aus der Abwehr zugespielten Bällen fand er Lösungen im Angriff, die zu direkten Punkten und schließlich zum 25:20 Satzgewinn führten.

Eine knappe Führung verteidigte BaWü über weite Strecken des zweiten Durchgangs. Weil sich die Löwen auch von knallhart im eigenen Feld einschlagenden Angriffen des Gegners nicht beeindrucken ließen, führte das weiterhin konzentrierte und konstante Spiel der ARGE nach dem 25:19 zum 2:0-Sieg und auf direktem Weg ins ersehnte Endspiel.

Endgegner dort waren Hessens Jungs, die sich mit einer starken Block- Feldabwehr, variablem Schnellangriff und einem starken Diagonalspieler gegen Berlin durchgesetzt hatten. Dem setzten die Löwen im Finale weiterhin Top-Quoten im Außenangriff entgegen, an denen auch Zuspieler Tobias Hosch seinen Anteil hatte. Im Block entschärften Pascal Zippel und Lennart Häckel manchen Angriff, der von der lauernden Abwehrkatze Johann Reusch gekonnt im Spiel gehalten wurden. Mister Zuverlässig i m Angriff war erneut Diagonalspieler Marco Frohberg der aus nahezu allen Positionen zu punkten wusste. Die frühe Führung der ARGE beim 8:3 im ersten Durchgang war zwar mehrfach größer oder kleiner, hielt aber bis zum Satzende beim 25:19. Hessen bewies mit gelungenen Abwehr-und Angriffsaktionen auch im zweiten Abschnitt immer wieder Qualität, fand aber in Summe gegen die Konstanz und Laufruhe des ARGE-Systems kein entscheidendes Mittel um das 25:18 für die BaWü-Jungs abzuwenden. Damit war den Löwen die angestrebte Mission Titelverteidigung gelungen.

Entsprechend zufrieden war Mallick. „In den vergangenen zwei Jahren haben die Jungs gezeigt, dass die Basisarbeit in den Vereinen und Leistungszentren funktioniert, das war die Basis für den Erfolg. Und der war kein Zufall, denn sowohl die Spieler wie auch Mannschaft als Ganzes haben sich im Vergleich zum Vorjahr weiter entwickelt“, sagte der Landestrainer.

Auch von Leistungssportkoordinator Thomas Dörr gab es lobende Worte. „Für unsere ganze Struktur im Jugendleistungsbereich ist das Ergebnis eine tolle Bestätigung. Das sind vor allem die Vereine die im Jugendbereich arbeiten wie auch die Bezirkskader und Stützpunkte. Auch wenn wir nach 2018 mit einem guten Ergebnis geliebäugelt haben ist es traumhaft, dass es nun zweimal Gold war.“

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Westdeutsche und der Nordwestdeutsche Volleyballverband, sowie die männliche Bayernauswahl 2019 nicht am Turnier teilnahmen.

Für die ARGE waren dabei:

Mädels: Hannah Kohn, Svenja Rodenbüsch, Luisa Gasenzer, Melissa Finteis, Leonie Schöneck, Marie Hänle, Iane Henke, Nele Birmele, Sina Toroslu, Jennifer Faber, Janna Schweigmann, Emely Dod

Trainer: Sven Lichtenauer, Co-Trainer: Jan Grauel, Physio: Sarah Heinzelmann

Jungs: Marco Frohberg, Simon Gallas, Tobias Hosch, Onno Möller, Denir Hadzic, Lennart Heckel, Pascal Zippel, Mathis Mattmüller, Linus Engelmann, Johann Reusch, Markus Hieber, Linus Hüger,

Trainer: Michael Mallick, Co-Trainer: Christian Lohse, Physio: Catharina Hoch

Bericht: Malte Missoweit

veröffentlicht am Freitag, 28. Juni 2019 um 09:57; erstellt von SBVV-Geschäftsstelle, Andrea Greguric
letzte Änderung: 28.06.19 10:01
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