SBVV-Verbandsgeschichte

 

Als Volley-Ball noch in zwei Worten geschrieben wurde

Gut 50 Jahre nachdem William G. Morgan, fünfundzwanzigjährig, das Vorläuferspiel "Mintonette" beim YMCA in Holyoke, Massachusetts- USA, ersonnen und spielen gelassen hatte, als in Deutschland das Spiel gerne noch als Flugball bezeichnet wurde, gab es am damaligen Institut für Leibesübungen der Universität Freiburg 1951 für den allgemeinen Studentensport das Angebot "Flugball". In der Folgezeit wurde dann das Fach Volleyball in die Ausbildung von Sportlehrern übernommen. Im Bereich Villingen wurde zu der Zeit Volley Ball in Betriebssportgemeinschaften gespielt und manche Kriegsheimkehrer brachten diesen Sport aus den Kriegsgefangenenlagern der alliierten Siegermächte mit in die Vereine, die nach 1945 als Neugründung oder Wiedergründung auf die Beine zu kommen versuchten. So konnte sich Volleyball in der Obhut der pädagogischen Ausbildung, der Turnvereine und des Betriebssport entwickeln.

 

Der Volleyball in Südbaden beginnt sich zu organisieren

Vereine, deren entstandenen Mannschaften das Spiel wettkampfmäßig betreiben wollten, fanden sich dann ab 1956 zu einem regen Turnierprogramm zusammen. Einbezogen waren auch Mannschaften aus Leipzig und Dresden, aus dem anderen Teil des damals getrennten Deutschland. Auch aus dem benachbarten Elsass spielten Mannschaften mit.

Ein Hauch von Europa wehte durch die Region, als Vereine aus Südbaden, den benachbarten Regionen aus Frankreich und der Schweiz 1960 die Oberrheinische Volleyballunion gründeten, in der anfangs die Männer und ein Jahr später auch die Frauen ihre Meisterschaften ausspielten.

In Südbaden waren die frühen organisatorischen Strukturen der Volleyballaktivitäten im Badischen Turnerbund (BTB) integriert, wobei Gerd Dürrwächter schon 1953 als Volleyball- Obmann im BTB fungierte. Gleichwohl haben schon ab 1958 sowohl bei den Damen als auch bei den Herren Freiburger Vereine bei den Deutschen Meisterschaften des Deutschen Volleyball Verbandes (DVV), gegründet am 5. Mai 1955 in Kassel, hervorragende Platzierungen erreichen können. Bei den ab 1959 parallel vom Deutschen Turnerbund (DTB) ausgerichteten Volleyballmeisterschaften kamen Mannschaften (Damen und Herren) der Freiburger Turnerschaft bis Mitte der 60er Jahre zu etlichen Meisterehren.

Zu der Zeit waren die Verhältnisse im deutschen Volleyball also von vielerlei konkurrierenden Parallel- Strukturen geprägt; neben DVV und DTB veranstalteten auch noch "Eichenkreuz", die Sportvereinigung des CVJM ("Vereins christlicher junger Männer") und der Turnierspiel-Verband Bayerns ihre Lehrveranstaltungen, Meisterschaften und Rundenspiele.

Ab 1964 fand dann in Südbaden ein eigener geregelter BTB- Liga-Spielbetrieb statt, woran sich im ersten Jahr die Uni Freiburg, BfL Sonnland Freiburg, die Freiburger Turnerschaft von 1844, BSG SABA Villingen, BSG Kienzle Villingen und der TV Hausach beteiligten.

Die Einsicht in die Notwendigkeit von Jugendarbeit führte schnell zu Bemühungen von Dr. Gerd Dürrwächter, Fördergruppen ins Leben zu rufen. So konnte 1969 an den Landesoberturnwart berichtet werden, dass in Baden- Baden, Freiburg und Konstanz für Jungen Fördergruppen eingerichtet wurden, 1970 folgen dann Fördergruppen für Mädchen in Hausach, Konstanz und Freiburg.

Von Beginn an hatten die organisierten Bemühungen um die Förderung des Volleyballs in Südbaden die Unterstützung des damaligen Oberschulamtes in Freiburg u.a. mit der Ansetzung von Ferien- und Wochenendlehrgängen in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden, wobei man sich des Engagements von Dr. Gerd Dürrwächter sicher sein konnte.

 

Der Südbadische Volleyballverband wird gegründet

Schon zu Beginn des Jahres 1971 zeichnete sich ab, dass der Badische Turnerbund die Volleyballer gerne in einen eigenen Fachverband entlassen würde. Seit längerem war auch der Druck des DVV zu spüren, diesen Verband zu gründen und zwar aus verbandspolitischen aber auch finanziellen Erwägungen heraus.

So kam es schließlich am 18. September 1971 zur Gründung des Südbadischen Volleyball Verbandes SBVV in Freiburg. Vor der eigentlichen Gründungsversammlung, die um 18:45 Uhr begann, wurde nachmittags eine Trainer- Fortbildungsmaßnahme durchgeführt.

In den ersten Vorstand des SBVV wurden von den Abgesandten aus 15 Vereinen vor allem Personen aus den ersten Kernzellen des Verbandes in Freiburg und Villingen gewählt:

Dr. Gerd Dürrwächter (1. Vorsitzender), Uwe Schütt (Spielwart), Franz Schmid (Schieds-richterwart), Karl-Otto Heine (Kassenwart), Martin Rischer (Lehrwart), C.H. Birkhan (Jugendwart), Erwin Riekert (Passwart), Dieter Haberbosch (Fördergruppenleiter).

Noch 1971 traten weitere 19 Vereine dem neuen Verband bei.

Der Verband konnte in den folgenden Jahren durch die Verbesserung der bisher schon geschaffenen Strukturen den nach den olympischen Spielen 1972 einsetzenden Volleyball-Boom aufnehmen. Dazu zählten auch die frühen Qualifizierungsmaßnahmen im Trainer- und Schiedsrichterbereich: Dr. Gerd Dürrwächter (Internationaler Schiedsrichter und A-Lizenz- Trainer), Jürgen Stüber, Neithard Clemens und Jürgen Stiegler als A- Trainer.

So betreut gelangten 1974 die Herren der FT Freiburg in die eingleisige Bundesliga und die Damen der FT Freiburg in die zweigeteilte Bundesliga, die Anzahl der Fördergruppen wuchs und erste Berufungen zu Aufbau-Lehrgängen der Deutschen Volleyballjugend stellten sich ein.

Die Aktivitäten des jungen Verbandes erregten Begehrlichkeiten des DVV. So wurden aus dem Südbadischen verschiedentlich in Kommissionen und Ausschüsse berufen: Martin Rischer in den DVV- Lehrausschuß, Dr. Gerd Dürrwächter in die FIVB -Schiedsrichterkommission zur Vorbereitung des Einsatzes der Schiedsrichter bei Olympia 1972, später H.D. Pelizaeus in die DVV Schiedsrichterkommission, Hildegard Dürrwächter in Schiedsgerichtseinsatz bei den Olympischen Spielen 1972 in München und später als Staffelleiterin der Bundesliga der Frauen. Die Bereitschaft zu einem Engagement innerhalb des DVV erreichte einen Höhepunkt, als,- in für den Verband schwierigen Zeiten-, 1977 Professor Dr. Gerd Dürrwächter zum Präsidenten des DVV gewählt wurde, ein Ehrenamt, das zwei Jahre lang intensivste Arbeit bedeutete.

 

Alltag im Verband

Der Einsatz für den DVV geschah neben den Arbeiten zur Verbesserung der Organisation im Spielverkehr und der Verbandsverwaltung. Im Laufe der Jahre nahm die Anzahl der Vereine, der Mannschaften und der Ligen schnell zu. 1976 waren es 78 Vereine mit 138 Mannschaften in Frauen-, Männer- und Jugendbereich, 1981 steigerte sich die Anzahl der Vereine auf 115 und 2006 auf 198 Vereine mit 378 Mannschaften. Mit deutlichen Schwankungen im Laufe der Jahre hinsichtlich der Zahl gemeldeter Mannschaften und der Anteile von Frauen-, Männer- mannschaften und auch der Vereine sind im Jahr 2015 beim SBVV 160 Vereine und 219 Mannschaften im Aktivenbereich und 96 Teams im Freizeit- und Breitensport angemeldet.

Die Kontakte zu den Nachbarverbänden in Nordbaden und Württemberg spielten von Anfang an eine Rolle. Wenn auch eine Vereinigung zu einem Landesverband bisher nicht zustande kam, so ergaben sich doch aus vielen Zusammenkünften der Verbandsvorsitzenden z.B. der organisierte Spielbetrieb in Baden (1982), die Zusammenarbeit im Jugendbereich mit der Gründung der ARGE Baden- Württemberg und Einstellung hauptamtlicher Landestrainer (1993), die Arbeitsgemeinschaft Volleyball-Leistungssport in Baden-Württemberg (1998), oder schließlich die ARGE "Beach" Baden- Württemberg (2008).

Im Dienste des Volleyball-Spiels sein, dazu verstanden sich viele: Vereine, Vereins- oder Abteilungsvorsitzende und nicht zuletzt die Funktionsträger im Verband, die sich um den qualifizierten Aufbau eines Sportangebotes bemühten. So war der Spielbetrieb für immer mehr Vereine, Mannschaften, Ligen zu organisieren mit ihren Staffelleiterinnen und - leitern in den Bezirken Hegau- Bodensee, Hochrhein, Breisgau, Ortenau und Schwarzwald  und die qualifizierte Fördergruppenarbeit der Jugend- Kader in den verschiedenen Altersklassen.

Der Gründungsvorstand hatte sich zum Anfang eine Satzung zu geben, um als Verein eingetragen werden zu können. Er wie später auch alle anderen Vorstände trugen also dafür Sorge, dass der Verband mit Leben erfüllt wurde: Das Miteinander aus Tagen unter der Obhut des Badischen Turnerbundes musste nun mit Ordnungen zum Spielbetrieb, zu Passwesen, zu Jugendarbeit und Schiedsrichterwesen, zu Finanz- und Rechtswesen organisiert und die dafür zuständigen Funktionsträger gefunden werden. Darüber hinaus waren die Infrastrukturen im jungen Verband aufzubauen, neue Verbindungen zu nachbarschaftlichen Volleyball-Verbänden und zu den örtlichen Zeitungen zu schaffen und alte zu den Schulämtern, den Sportverbänden und zum Dachverband DVV zu erhalten. Nicht zuletzt galt es, ein schmuckes Verbandslogo zu entwerfen.

Was zuerst als Ergebnis umfangreicher Einzel- oder Gremienarbeit im Arbeitszimmer des Vorsitzenden zu Papier gebracht und mittels Matrizentechnik manuell vervielfältigt wurde (auch die ersten Verbandsnachrichten "Badische Volleyball Informationen"), nahm im Laufe der Zeit und mit der wachsenden Zahl der Vereine so sehr zu, dass sich der Verband 1976 zu einer Geschäftsstelle entschließen musste, die zu Beginn ehrenamtlich von Doris Friedmann, ab 1989 von Manfred Heublein betreut wurde, der schon ab 1980 auch die Funktion des Pressewartes übernommen hatte und bald darauf 1981 die Redaktion Südbaden der Fachzeitschrift "dvz" . In der Geschäftsstelle, die im Laufe der Zeit einige Umzüge miterlebte, kamen die Informationen zum Spielbetrieb zusammen, die Beantragungen von Mitgliedschaften, Anfragen der Zeitungen, Bekanntgaben der Spielwarte in Bezirken und Landesverband, des Landesschiedsrichterwartes, die Sitzungsprotokolle des SBVV und ggf. der Bezirke, auch Leserbriefe und die Aufrufe des Breiten- und Freizeitsportwartes, es waren unzählige Korrespondenzen zu erledigen.

Nachrichten aus dem Verband wurden in der dvz veröffentlicht. Der dadurch notwendige "Zwangsbezug" wurde zur 12. Mitgliederversammlung des SBVV am 26. Juni 1982 in Zell- Weierbach beendet, als das Informationsblatt des Volleyball- Landesverbandes Südbaden mit seiner ersten Nummer erschien (Redaktion: Manfred Heublein). Die Informationen aus dem Verbandsgeschehen, von Verbandstagen, vom Kassenbericht des Verbandskassenwartes bis zur Schiedsrichterecke, vom Rahmenspielplan und sonstigen Terminen bis zu den Tabellen der Kreisklassen, von Spielberichten der Jugend- Kader und aus dem Freizeit- und Breitensport bis zu den Nachrichten vom DVV, all das war nun in einer eigenen DIN A5- Broschüre nachzulesen, bearbeitet in der Folge von Manfred Heublein, ab 1993 von Geschäftsführer K.D. Lange, danach ab 2001 von Geschäftsführerin Andrea Greguric. So ist es bis ins Jahr 2015 geblieben.

Freilich haben sich die Randbedingungen für die Verantwortlichen geändert. Die Verwaltung des Verbandes,- ab 2002 aufgeteilt in 2 Bezirke-, mit Schreibmaschine, Telefon und Briefpost wäre heute so nicht mehr zu bewältigen. Personal Computer der ersten Generation (mit Nadeldrucker) in der Verwaltung sind Geschichte. Internet, schneller PC, das Handy, die Verbands-Software SAMS, der Scanner und der Schnelldrucker sind heutige Instrumente der Arbeit im Verband.

Bei allen Reformen, Umstrukturierungen und Neuerungen gilt es nach wie vor für alle, die Verpflichtungen aus der SBVV- Satzung zu erfüllen: Pflege und Förderung des Volleyballspiels, Jugendarbeit, Veranstaltung von Wettbewerben, Meisterschaften und Lehrgängen für jugendliche Kader, für Trainer und Schiedsrichter und nicht zuletzt die Pflege der Zusammenarbeit mit Verbänden und den Medien - im Dienste des Volleyballspiels.

 

gez. Detlev Habbe
im November 2015
30.10. Herbstcamp Herbstcamp
13.11. NVV-Vorstand NVV-Vorstand
16.12. NVV Cup NVV Cup
27.12. Winter-Camp Winter-Camp
29.01. NVV-Präsidium NVV-Präsidium
04.03. DVV-Pokalfinale DVV-Pokalfinale
16.06. Staffeltag Damen- und Herrenligen Staffeltag Damen- und Herrenligen