DM Sitzvolleyball

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Leverkusen war auch in diesem Jahr eine Reise wert!

Letzter Tag, letztes Spiel  bei den Deutschen Sitzvolleyballmeisterschaften 2017 in Leverkusen. Der Schlusspfiff ertönt, alle  Wechselspieler eilen jubelnd zu ihren Mitspielern aufs Feld, klatschen die Teamkollegen ab und hüpfen ausgelassen im Kreis. Viele von ihnen nur auf einem Bein, denn Prothesen oder andere technische Hilfsmittel sind während der Spiele nicht erlaubt. „Es ist geschafft, unser großes Ziel ist erreicht. Wir beenden diese Deutsche Meisterschaft mit einem Sieg!“, freut sich Hoffenheims Zuspielerin Ann-Cathrin Maier.

Vom 30. September bis 1. Oktober 2017 fanden die diesjährigen Deutschen Sitzvolleyball-Meisterschaften in Leverkusen statt und das zwölfköpfige Team von Anpfiff Hoffenheim e.V. nahm zum zweiten Mal daran teil. Das nach Trainingsalter mit Abstand jüngste und unerfahrenste Team traf in ihrer Vorrundengruppe auf drei sehr starke Gegner, die allesamt erfolgreiche Nationalspieler und Paralympics-Teilnehmer in ihren Teams hatten.


Es begann mit dem Spiel gegen die Rheinland-Pfalzauswahl „RHP Koblenz“, wo der NM-Spielführer Heiko Wiesenthal eine illustre Truppe weiterer RIO 2016-Teilnehmer, aktuellere NM-Spieler und auch gestandener Volleyball-Drittligaspieler um sich geschart hatte, die mit dem klaren Ziel angetreten waren, nach zwei dritten Plätzen, diesmal endlich ins DM-Finale zu kommen.

Nach nervösem Start mit vielen leichten Eigenfehlern steigerten sich die Kraichgauer im zweiten Satz, zeigten den gewohnten Kampfgeist und waren der Auswahl aus Rheinland-Pfalz bis zum Satzende ein gleichwertiger Gegner. Beim Satzstand von 24:22 für das „Hoffe-Team“ hatten sie sogar zwei Spielbälle und die zuschauenden Teams witterten eine Sensation, doch leider fehlte den Badener die nötige Abgebrühtheit und sie verloren noch mit 26:28.

Trotz dieser Enttäuschung reifte die Erkenntnis bei allen Spielerinnen und Spielern, dass das Team um Spielführer Steffen Maier im Vergleich zur ersten DM-Teilnahme im Jahr davor einen gewaltigen Leistungsfortschritt verzeichnen konnten. Zwar endeten auch die beiden anderen Vorrundenspiele gegen Leipzig und Dresden jeweils mit 0:2 Sätzen, wobei ihnen immer wieder deutlich vor Augen geführt wurde, wie wichtig Routine und langjähriges Training in dieser Inklusions-Sportart ist, wenn es um die wichtigen Punkte in entscheidenden Spielsituationen geht, aber in beiden Spielen war das Team von Anpfiff Hoffenheim e.V. ein sportlich sich mehr als achtbar schlagender Gegner, der um jeden Punkt kämpfte.

Dass seine Spieler einiges an Lehrgeld zahlen würden, war Trainer Rudi Sonnenbichler schon in der Vorbereitung auf dieses Meisterschafts-Wochenende bewusst, er zeigte sich aber am Ende des ersten Turniertages dennoch äußerst zufrieden: „Mit dem BV Leipzig, dem Dresdener SC und der Rheinland-Pfalz-Auswahl haben wir die schwerstmögliche Gruppe erwischt. Bis auf den Titelfavoriten Leverkusen waren alle Brocken in unserer Gruppe, doch ich bin stolz, wie sie sich präsentiert haben. Stimmung, Auftreten und Leistungsfortschritt waren bemerkenswert. Und man spürte, dass ihnen auch die etablierten Teams großen Respekt zollten und ihre Leistungsentwicklung viel Beachtung fand!“

 Am Sonntagmorgen standen dann die Platzierungsspiele an und die Kraichgauer trafen auf den SSC Berlin. Anpfiff Hoffenheim, das einzige Team aus Baden-Württemberg, hatte sich viel vorgenommen. Diese Nervosität war in der ersten Phase ziemlich deutlich und verlor sich erst im Laufe des ersten Satzes. Man holte Punkt für Punkt auf, doch der Rückstand auf die Hauptstädter war zu groß und Berlin gewann knapp. Im zweiten Satz war von Beginn an mehr Selbstbewusstsein zu spüren und die Führung wechselte ständig bis in die Endphase. Doch gelang es nicht, den Sack zuzumachen und der SSC Berlin entschied das Match mit zwei Gewinnsätzen denkbar knapp für sich – und so wurde das zuvor avisierte „Traumziel“ für diese Meisterschaft, das Spiel um Platz 5, leider nicht erreicht.

Nachdem diese Enttäuschung überwunden war, wollte man aber auf alle Fälle das letzte DM-Spiel nicht verlieren. Die Hoffenheimer schworen sich nochmals darauf ein, gegen TSV Bayer 04 Leverkusen II zu gewinnen, das Team, gegen das man bei der DM im letzten Jahr noch verloren hatte. Man wollte allen Zuschauern und den mitgereisten Fans nochmals eindrucksvoll beweisen, welch positive sportliche Entwicklung man erarbeitet hatte. Nach furiosem Start und einer Acht-Punkte-Führung (!) bis in die Satzmitte wurde man etwas unkonzentriert. Abstimmungsschwierigkeiten und etwas zu viele Eigenfehler ließen die wesentlich routinierteren Leverkusener immer näherkommen und für alle unerwartet ging dieser Satz noch mit 23:25 verloren. Im zweiten Satz aber wurde von Beginn an Vollgas gegeben. Über eine sichere Annahme und durch starke Angriffs- und Blockaktionen gewann man deutlich mit 25:16. Der Tie-Break musste die Entscheidung bringen. Endlich war alle leistungsmindernde Nervosität weg und die Kraichgauer spielten souverän auf. Am Ende stand es 15:3 (!) für Anpfiff Hoffenheim e.V. und die Freude der Badener war groß.
„Ich bin sehr glücklich, dass ich erstmals diese DM erleben durfte, und dass wir gezeigt haben, auf welch gutem Weg wir sind,“ freute sich Fabian Coenen, der jüngste Hoffenheimer,. Großes Lob erhielt das Team auch von der Vorstandschaft: Stefanie Wild und Dietmar Pfähler hatten es sich nicht nehmen lassen, „ihre Sitzvolleyballer“ nach Leverkusen zu begleiten. „Großartig, was hier sportlich geleistet wurde. Ich bin stolz, dass wir eine Mannschaft stellen konnten, die sich als würdiger Vertreter Baden-Württembergs präsentierte,“ so Dietmar Pfähler, erster Vorsitzender von Anpfiff Hoffenheim e.V. und Anpfiff ins Leben e.V.

Dass diese Sitzvolleyball-Entwicklung innerhalb des Bereichs „Bewegungsförderung für Amputierte“ von Anpfiff ins Leben e.V. so rasant voran geht, ist auch der hervorragenden Unterstützung ihres Hauptsponsors, der Volksbank Kraichgau zu verdanken. Schon von Beginn an hat sie das Inklusions-Projekt unterstützt, bei dem durch gemeinsames Spielen und Trainieren Menschen mit und ohne körperliche Behinderung sich gegenseitig helfen, wieder gesellschaftliche Anerkennung und persönliches Selbstbewusstsein zu bekommen. Dazu treffen sich mindestens zwei Mal wöchentlich mittlerweile mehr als ein Dutzend Menschen aus der Region in Hoffenheim, um dies gemeinsam aktiv zu erleben.


DM-Endplatzierung:

1. TSV Bayer 04 Leverkusen I

2. Dresdener SC 1898

3. Rheinland-Pfalz-Auswahl

4. TSV Bayer 04 Leverkusen III

5. SSC Berlin,

6. BV Leipzig

7. Anpfiff Hoffenheim e.V.

8. TSV Bayer 04 Leverkusen II

 

Für Anpfiff Hoffenheim e.V. spielten: Ann-Cathrin Maier, Steffen Maier (beide Nußloch), Salome Hermann (Sinsheim), Jochen Wier (Heidelberg), Michaela Nezzer, Sabrina Neu, Peter Edinger (alle Hoffenheim), Magnus Fischer, Angelika Nowak (beide Stuttgart), Claus Ellinger (Fellbach), Fabian Coenen (Hochdorf), Mojgan Faraji (Idar-Oberstein)

(geschrieben von Rudi Sonnenbichler)

Mehr Informationen finden sie unter: http://www.anpfiff-hoffenheim.de/

 

veröffentlicht am Freitag, 6. Oktober 2017 um 12:24; erstellt von Schell, Holger
letzte Änderung: 06.10.17 12:25

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